Projekthintergrund

Weizenfläche

Die mongolische Volkswirtschaft ist traditionell durch die landwirtschaftliche Produktion geprägt. Trotz zunehmender Bedeutung des Bergbaus wurden 2015 13,7 % des Bruttoinlandsproduktes im Agrarsektor erwirtschaftet. Darüber hinaus sind etwa 38 % aller Erwerbstätigen in der Mongolei in der Landwirtschaft tätig. Aufgrund der teilweise nährstoffarmen Böden und des ariden Klimas dominiert die Tierhaltung in der mongolischen Agrarwirtschaft. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst insgesamt 115 Millionen Hektar, wovon ca. 112,3 Millionen Hektar natürliche Weide- bzw. Heuflächen sind. Im Jahr 2015 betrug die ackerbaulich genutzte Fläche 525.000 ha, auf der zu 74 % Sommerweizen angebaut wurde. Weitere ca. 335.800 ha werden in Rotation als Schwarzbrache nicht produktiv genutzt.

Die Ertragsleistungen im Ackerbau sind in den vergangenen Jahren zwar deutlich gestiegen, Bodendegradierung und nachlassende Bodenfruchtbarkeit stellen jedoch ein zunehmendes Problem dar. Gründe hierfür sind der einseitige Getreideanbau, häufig in Monokultur oder im Wechsel mit Brachephasen, die fehlende Zufuhr von Nährstoffen und Bodenbearbeitungsmaßnahmen, die den Standortbedingungen nicht angepasst sind. Die Nachfrage der Ackerbaubetriebe nach Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz wächst, kann von staatlichen und privaten Anbietern aber nicht immer in vollem Umfang bedient werden. Zahlreiche Ackerbaubetriebe beabsichtigen, in moderne Landtechnik zu investieren, der Zugang zu Finanzierungsprodukten stellt jedoch nach wie vor eine erhebliche Hürde dar.

Die mongolische Regierung hat mit der neuen „Staatlichen Regulierungspolitik für Ernährung und Landwirtschaft 2016-2025“ und dem im Januar 2016 verabschiedeten „Ackerbaugesetz“ die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft geschaffen. Im Vordergrund stehen die Förderung der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion, die Steigerung des Selbstversorgungsgrads, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Agrarproduktion und somit die Ausweitung der Exportwirtschaft.