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Nachhaltige Bodennutzung

Die wichtigsten Ackerbauregionen der Mongolei liegen in den zentralen und nördlichen Landesteilen der Mongolei und umfassen im Wesentlichen die Aimags (Provinzen) Selenge, Tuv, Bulgan und Darkhan. Die in den Anbaugebieten am weitesten verbreiteten Böden sind der Kastanozem in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und Mächtigkeiten und in den nördlichen Regionen der Mongolei mit Niederschlägen um 400 mm, zudem Tschernoseme (Schwarzerden) und Paratschernoseme. Der Kastanozem ist ein eher leichter Boden mit geringer Wasserhaltekapazität und weist eine recht hohe Erosionsanfälligkeit auf. Nach Angaben mongolischer Wissenschaftler sind auf > 90 % der Ackerflächen starke bis mittlere Bodenverluste durch Erosion zu beobachten, wobei es sich vor allem um Schäden durch Winderosion handelt. 46,5 % der Ackerflächen werden als degradiert eingestuft (12,9% – stark, 28,2 % – mittel, 58,9 % – leicht).

Das vorrangige Anbausystem in der Mongolei kann als 2-Felder-Wirtschaft beschrieben werden, d. h. Weizen und Schwarzbrache im Wechsel. Die Vorteile, die man sich von der Brache erwünscht, sind die Mineralisierung von Humus, so dass den Pflanzen im Folgejahr zusätzliche Nährstoffe zur Verfügung stehen, und eine Erhöhung der Bodenfeuchte. Da Bracheflächen zur Unkrautbekämpfung in der Regel mehrfach bearbeitet werden (mechanische Brache) und auch das Stroh der Vorfrucht abgefahren wird, führt dies langfristig zu sinkendem Gehalt an organischer Masse und abnehmender Bodenfruchtbarkeit. Die Ackerbaubetriebe sind vielfach mit Technik aus Russland, der Ukraine und Belarus ausgestattet – der Einsatz von bodenkonservierender Landtechnik ist noch nicht weit verbreitet. Durch die nicht nachhaltige Bewirtschaftungsweise ist der Humusgehalt der Ackerböden in der Mongolei über die letzten 50 Jahre um ca. 15-40 % gesunken.  70 % der Ackerböden weisen heute einen Humusgehalt von < 2,5 % auf.

2012 hat die mongolische Regierung das Gesetz zum „Schutz des Bodens und der Bekämpfung der Desertifikation“ verabschiedet. Die aktuelle agrarpolitische Zielsetzung der Mongolei ist in der „Staatlichen Regulierungspolitik für Ernährung und Landwirtschaft 2016-2025“ formuliert. Als politische Richtlinie wird in dem Dokument die „Steigerung der pflanzlichen Produktion durch Anpassung an den Klimawandel und den Einsatz innovativer Technologien“ hervorgehoben. Die Förderung der nachhaltigen Bodennutzung wird zudem im „Ackerbaugesetz“ vom Januar 2016“ gefordert und beinhaltet u.a. die Förderung der reduzierten Bodenbearbeitung, die Reduzierung von Schwarzbrachen durch Fruchtfolgeerweiterung und Grünbrachen, angemessene und kontrollierte Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie die Nutzung von bodenschonender Landtechnik.
Das DMKNL hat bereits in der ersten Projektphase die nachhaltige Bodenbearbeitung in der Mongolei im Rahmen von Workshops, Schulungsmaßnahmen und praktischen Felddemonstrationen thematisiert. Das Projekt wird in der aktuellen Durchführungsphase dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Leichtindustrie, Projektpartnern aus der Agrarforschung und Agrarunternehmen Informationen über standortangepasste Bodenbearbeitungsverfahren sowie Maßnahmen zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Reduzierung der Erosionsanfälligkeit bereitstellen. Der fachliche Austausch zwischen mongolischen und internationalen Fachkräften über Erkenntnisse und praktische Erfahrungen der nachhaltigen Bodennutzung in Regionen mit ähnlichen Anbaubedingungen wird durch das DMKNL gefördert. Im Rahmen von analytischen Studien soll u. a. der nationale Markt für Betriebsmittel wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel bewertet werden.